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Bentley


Bentley Mk. VI, 1952

Ein Meilenstein der Automobilgeschichte ist dieser Bentley Mark VI mit dem großen Viereinhalbliter-Sechszylinder-Motor. Das Modell mit einer Karosserie aus eigener Produktion war die erste Nachkriegskonstruktion der Rolls-Royce-Tochter im englischen Crewe. Einher ging der unaufhaltsame Niedergang der zahlreichen Karosserie-Schneider, die in der Vorkriegszeit noch solche Fahrzeuge oft atemberaubend eingekleidet hatten. Damals war es üblich, lediglich ein „Rolling Chassis“ auszuliefern, einen fahrtüchtigen Rahmen mit Motor, Getriebe, Achsen und mindestens der Kühlermaske, oft auch schon mit Haube und Motor-Schottwand ausgerüstet. Das hatte mit dem Mark VI ein Ende, der bereits komplett mit seinem „Standard Steel Body“ ausgeliefert wurde.

Übrigens stellten die Bentleys mit leichten Retuschen und stärkerer Motorisierung über Jahrzehnte die sportlichen Schwestermodelle zu den fast baugleichen Rolls-Royce dar. Ende 1931, inmitten der Wirtschaftskrise, hatte sich der Luxus-Hersteller den lästigen Konkurrenten einverleibt, nachdem dieser in finanzielle Schwierigkeiten geraten war. Die Modellpalette wurde ersetzt und die Produktion von Cricklewood bei London nach Derby verlegt. Und so trennen die „Bentley-Boys“ bis heute die Marke in ihre zwei großen Vorkriegs-Epochen: Cricklewood und Derby. Nach dem Krieg verlagerte man die Produktion schließlich in das 1938 eröffnete Merlin-Flugmotorenwerk in Crewe, das heute noch betrieben wird.

Walter Owen Bentley, Maschinenbauer, Rennfahrer und Jagdflieger im Ersten Weltkrieg, gründete sein Unternehmen 1919 mit dem Ziel, große, zuverlässige Rennwagen zu bauen. So genial der Konstrukteur, so lausig der Geschäftsmann, kämpfte er alle Jahre in Cricklewood mit den Gläubigern. Sportlich hingegen war die Firma auf Weltniveau. Der legendäre Ettore Bugatti nannte die Bentleys die „schnellsten LKW der Welt“. Als dann noch mit Woolf „Babe“ Barnato der schwerreiche Sohn eines südafrikanischen Diamantenhändlers einstieg, wurden die Erfolge fast Routine: zwischen 1924 und 1930 siegten die Ungetüme fünfmal in Le Mans, 1929 gar mit einem unfassbaren Vierfach-Sieg! Aber auch die treuesten Fans, reiche Privatfahrer, eben die „Bentley-Boys“, konnten den Untergang nicht aufhalten. Als auch Woolf Barnato die Mittel ausgingen, übernahm Erzkonkurrent Rolls-Royce, versteckt hinter einem Bieterkonsortium, die Firma.

„W.O.“ , wie Walter Owen Bentley kurz genannt wurde, sorgte später als Konstrukteur bei Aston- Martin und Lagonda noch einmal für sportliche Furore.

Freuen wir uns also auf den Bentley Mk. VI  von 1952 beim Schumann Classic Day am 8. Juli 2018 in Dortmund-Hörde auf Phoenix-West, zu dem diese legendären Geschichten wieder aufleben werden.

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